Foto: Thorben Wengert / pixelio.de

Wenn der Webdesigner zuschlägt – Teil II

Wir hatten in einem unserer vergangenen Beiträge ja schon darauf hingewiesen, was unter Umständen passieren kann, wenn der Webdesigner zuschlägt. Aus aktuellem Anlass möchten wir hier noch einmal einen ganz besonderen Fall von Webdesigner vorstellen.

 

Was war geschehen?

Ein Unternehmen hatte sich – soweit nichts Ungewöhnliches – zur Erstellung ihrer Webseite eines Webdienstleisters bedient, der offensichtlich beim Einbinden der Bilder in die Seite Lizenzbedingungen keinerlei Bedeutung zugemessen hatte. Soweit, so gut. Das in Anspruch genommene Unternehmen gab daraufhin eine Unterlassungserklärung ab und beauftragte offensichtlich den Webdienstleister, das Lichtbild zu entfernen. Was jedoch nicht geschah, war die komplette Entfernung des Lichtbildes. Dies ist das erste, was schon einmal doof gelaufen ist für den Webdienstleister.

Nachdem deren Kundin nunmehr auf Zahlung der Vertragsstrafe in Anspruch genommen worden ist, gab eine Mitarbeiterin des Webdienstleisters eine eidesstattliche Versicherung ab, dass das Lichtbild entfernt worden sei. Autsch – zumal gerichtsverwertbar gesichert worden ist und auch über die Wayback-Machine das Gegenteil nachgewiesen werden konnte.

Wir fassen also zusammen, was bisher geschah:

  1. Webdienstleister nutzt Lichtbild entgegen der Lizenzbedingungen.
  2. Webdienstleister entfernt nach Abmahnung das Bild nicht komplett und löst damit Vertragssstrafenanforderung aus.
  3. Mitarbeiter vom Webdienstleister gibt eidesstattliche Versicherung ab, dass Lichtbild entfernt wurde.

 

Wer jetzt denkt, dass es nicht mehr schlimmer kommen kann, der irrt allerdings: Offensichtlich hat sich der Webdienstleister – mit den Vorwürfen konfrontiert – gegenüber seiner Kundin verpflichtet, die Vertragsstrafe auf das Kanzleikonto vom anwaltlichen Vertreter des Rechteinhabers zu überweisen – was bis Fristablauf allerdings nicht geschehen ist. Droht also nunmehr noch eine gerichtliche Inanspruchnahme der Kundin.

 

Fazit:

Drum prüfe, bevor man sich für einen Webdienstleister entscheide…

 

Foto: Thorben Wengert / pixelio.de

Florian Skupin ist Geschäftsführer der pixdetect UG.
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