Wenn der Webdesigner tätig wird…

Häufig bedienen sich Unternehmen eines professionellen Webdesigners, der im Auftrag des Unternehmens die neue Webseite erstellen soll. Was passiert aber nun, wenn es im Zuge der Erstellung der Webseite zu der Situation kommt, dass sich auf der Webseite unlizenzierte Bilder befinden?

 

Wer haftet?

Die Frage nach der Haftung ist zumindest im Verhältnis zum Urheber des Lichtbildes relativ schnell beantwortet: Haften tut derjenige, der die Webseite betreibt. Je nach Konstellation und Art des Betreibers kommt zudem unter Umständen eine Haftung des Vertretungsorgans des Webseitenbetreibers, beispielsweise dessen Chefredakteur oder Geschäftsführer, in Betracht. Dies bedeutet auch, dass es letztlich der Kunde des Webdesigners ist, der eine entsprechende Unterlassungserklärung abzugeben hat. Diese Verpflichtung kann der Webseitenbetreiber auch nicht auf den Webdesigner abschieben, sondern muss die Erklärung schlichtweg selbst gegenüber dem Rechteinhaber abgeben.

 

Ist das fair?

Nunja, zunächst einmal dürfte es durchaus auch für Rechteinhaber nachvollziehbar sein, dass Webseitenbetreiber über eine Abmahnung nicht begeistert sein dürften und somit nicht nur Geld für den Webdesigner haben zahlen müssen, sondern sich letztlich auch mit finanziellen Forderungen, die durch dessen Wirken entstanden sind, konfrontiert sehen.

An dieser Stelle kann es nur empfohlen werden, bereits bei der vertraglichen Beauftragung des Webdesigners ganz klar zu regeln, wer dafür verantwortlich ist, dass sämtliche Nutzungsrechte an den eingebundenen Bildern vorliegen. Im Zweifel sollte der Webseitenbetreiber sich die entsprechenden Lizenzen für die Bilder übergeben lassen und überprüfen, ob diese für die Verwendung auf der Homepage ausreichen. Denn letztlich ist es der Webseitenbetreiber selbst, der im Falle einer rechtlichen Auseinandersetzung letztlich die Rechtekette offen zu legen hat.

 

Welche Ansprüche hat der Webseitenkunde?

Die Frage hängt maßgeblich davon ab, was genau vertraglich vereinbart worden ist. Wurde beispielsweise explizit vereinbart, dass der Webdesigner für die Beschaffung der Bilder verantwortlich ist und diese nur mit der entsprechenden Lizenz einbinden darf, so besteht unter Umständen die Möglichkeit, den Webdesigner in Regress zu nehmen. Genaueres ist hier jedoch aber immer mit dem Anwalt des eigenen Vertrauens zu besprechen, da dies stets eine Frage des konkreten Einzelfalls darstellt.

Florian Skupin ist Geschäftsführer der pixdetect UG.
1 Antwort

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  1. […] hatten in einem unserer vergangenen Beiträge ja schon darauf hingewiesen, was unter Umständen passieren kann, wenn der Webdesigner zuschlägt. […]

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