Fehler bei der Dokumentation von Rechtsverletzungen vermeiden

Vor einigen Tagen habe ich einen sehr informativen Einstiegsartikel bei RA Sebastian Deubelli gelesen, wie man mit aufgefundenen Bildrechtsverletzungen umgehen sollte. Diesen Artikel möchten wir einmal zum Anlass nehmen, aus Sicht eines Dokumentationsunternehmens einmal ein wenig genauer zu betrachten, was Fotografen bei der gerichtsverwertbaren Dokumentation von Bildrechtsverletzungen beachten sollten – anderenfalls besteht nämlich die Gefahr, dass man schnell in die Falle tappt und sich selbst unnötigerweise seiner Ansprüche beschneidet.

 

Fehler 1: Dokumentation selbst anfertigen

Wie RA Deubelli bemerkt, kann es im Falle eines gerichtlichen Verfahrens zu Problemen kommen, wenn man als Fotograf selbst die Screenshots entsprechender Rechtsverletzungen anfertigt, weil es sodann zu einer Personenkollision zwischen Partei und Zeuge kommt.

Wichtig ist also, dass die Beweissicherung von einer dritten Person vorgenommen wird, die das Anfertigen der Beweissicherung im Zweifel vor Gericht bezeugen kann. Idealerweise ist der Zeuge möglichst unabhängig (insbesondere kein Verwandter oder Lebenspartner) und hat der Zeuge kein eigenes finanzielles Interesse an einer Verurteilung des Bildnutzers (was beispielsweise der Fall wäre, wenn der Zeuge prozentual an der Höhe des zugesprochenen Schadensersatzes beteiligt wird). Zu beachten ist hierbei insbesondere, dass das Anfertigen der entsprechend gerichtsverwertbaren Dokumentation durchaus Zeit konsumiert – hat man einen Fall zur Verfolgung, so steht ein Kumpel sicherlich gern hierfür bereit, spätestens aber, wenn im selben Monat zum 30. Mal nach einer gerichtsverwertbaren Beweissicherung gefragt wird, dürfte das Verständnis hierfür relativ schnell abfallen.

 

Fehler 2: Nur Screenshots machen

Es gab früher etliche Anwälte, die empfohlen haben, die Beweissicherung anhand von Screenshots der Verletzungsnutzung vorzunehmen. Der Screenshot selbst beweist hier zwar, dass das Bild auf der Seite war.

Die ausschließliche Beweissicherung über Screenshots kann einem Fotografen aber ganz schnell zum Verhängnis werden lassen. Ein Beispiel dazu:

  • Der Bildnutzer behauptet im gerichtlichen Verfahren, dass Bild sei nicht auf dem eigenen Server abgespeichert, sondern von einer rechtmäßig nutzenden Quelle geframed. Kann der Fotograf die unerlaubte Nutzung dann nicht belegen, würde er an dieser Stelle vor Gericht untergehen und vorbei wäre es mit seinem Schadensersatz. Daher sollte bei jeder vernünftigen Beweissicherung auch immer ein Screenshot vom Serverpfad des Bildes gemacht werden und der Quelltext sollte gesichert werden. Letzterer ist auch hilfreich, wenn in Bezug auf die Höhe des Schadensersatzes um die Frage diskutiert wird, ob eine Urhebernennung als Mouseover erfolgt ist oder nicht.

 

Sie möchten als Fotograf oder Bildagentur die Rechtsverfolgung effizient gestalten und gleichermaßen in den Genuss einer gerichtsverwertbaren Dokumentation einer Bildnutzung kommen? Dann sprechen Sie uns gern unverbindlich an!

Florian Skupin ist Geschäftsführer der pixdetect UG.
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