Die 10 größten Irrtümer in Bezug auf Bildrechte – Teil 1

Bei der Beschäftigung mit Rechtsverletzungen im Zusammenhang mit Bildrechten stößt man auf eine Vielzahl von Argumenten, die belegen sollen, dass die Forderungen der Rechteinhaber unberechtigt sind. Wir möchten an dieser Stelle einmal die Gelegenheit nutzen, nach und nach mit den 10 größten Irrtümern im Zusammenhang mit Bildrechten aufzuräumen.

 

 

 

1 – „Das Bild ist gar nicht rechtlich geschützt, weil es keine Schöpfungshöhe hat.“

Vor allem dieses erste Irrtum dürfte man häufiger auf den allgemein bekannten Stammtischrunden hören. Rechtlich gesehen macht es das leider nicht besser. Richtig ist zwar, dass das deutsche Recht zwischen Lichtbildwerken (§2 UrhG) sowie einfachen Lichtbildern (§72 UrhG) unterscheidet.

Diese Unterscheidung hat jedoch allenfalls Einfluss auf die Höhe des zu zahlenden Schadensersatzes, tangiert jedoch nicht im Geringsten die Frage, ob ein Bild unautorisiert übernommen werden darf oder nicht. Hier gilt vielmehr, dass der Lichtbilder, der Herr des technischen Vorgangs der Aufnahme ist, nahezu dieselben Rechte an seinen Lichtbildern innehat wie der Lichtbildwerkschaffende. Lediglich der Zeitraum, in dem eine Aufnahme urheberrechtlichen Schutz genießt, variiert zwischen 50 und 70 Jahren – ein Faktum, das bei Digitalaufnahmen noch Jahrzehnte vernachlässigbar ist.

Bedeutet:

Selbst einfache ausgeführte Schnappschüsse genießen nach dem deutschen Urheberrechtsgesetz urheberrechtlichen Schutz und dürfen nicht ohne die Genehmigung des Rechteinhabers verbreitet werden.

Florian Skupin ist Geschäftsführer der pixdetect UG.
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